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stefanie

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1

Montag, 31. Januar 2011, 16:36

stefanie, mit 2 blechohren, aber schon erwachsen

hallo zusammen,

mit einer feundin leite ich eine CI-SHG für erwachsene, im kreis viersen und immer, wenn ich anfragen von eltern bekomme, leite ich sie hierher weiter. darum hab ich schon immer mal wieder hier reigeschaut :thumbsup: und mich dann auch angemeldet. ;)

weil ich selber im forum der DHS (Deutsche Hörbehinderten Selbsthilfe) mitmoderiere und weiß wie gern man es hat, wenn leute sich auch vorstellen und man weiß mit wem man es zu tun hat. darum mache ich das jetzt! :rolleyes:

ich bin 47 jahre und erst als erwachsene ertaubt. darum trage ich seit 8 jahren rechts und seit 4 jahren links ein CI. da ich erst mit 37 massiv schlechter hörte und dann auch zügig ertaubte, hab ich selber keine erfahrungen damit wie es für eure kinder und euch ist. mich intressiert es aber brennend.

ich selber habe 2 normalhörende "kinder" von 24 und 21 jahren.

vor einem jahr habe ich in der örtlichen integrativen kita angefangen, einmal wöchtentlich mit den kindern zu gebärden. dort ist ein mädchen mit CI, aber es geht mir auch um die normalhörenden kinder. wir haben bilderbücher mit gebärden und machen das aus spaß.

es ist für mich spannend zu lesen, wie ihr mit der diagnose umgeht und wie eure kinder mit den CIs zurecht kommen. auch für mich als erwachsenen sind die teile immer noch kleine wunderwerke :love: , wenn sie mich morgens wieder in die welt der hörenden zurückholen. ABER mein gefühl ist totzdem, nicht mehr wirklich dazuzugehören zu dieser normalhörenden welt. ich komm super klar und hab ein tolles sprachverstehn, aber es ist anders und schwieriger als früher.

ganz liebe grüße

stefanie

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »stefanie« (31. Januar 2011, 16:36)


2

Dienstag, 1. Februar 2011, 17:22

Hallo Stefanie,

vielen Dank für Deinen Beitrag.

Daß Du in einer Kita mit den Kindern aus Spaß gebärdest ist sicher eine interessante Erfahrung für alle.

Unser Sohn kann ebenso wenig wie wir Gebärdensprache (weder DGS noch LBG). Er ist gehörlos geboren und beidseitig seit 11 Jahren mit MED-EL CIs versorgt. Ein Wunsch nach Kenntnis oder Können von Gebärdensprache ist bei ihm nicht erkennbar vorhanden. Es ist nur einmal kurz aufgekommen, als sein rechtes CI nach einer erforderlichen und erfolgreichen Reimplantation ein Jahr lang keine ausreichenden Höreindrücke vermittelte und er offenbar fürchtete, daß er - sollte sein linkes CI auch nicht mehr funktioneren - gar nicht mehr mit anderen würde kommunizieren können.

An Deinen Erfahrungen, insbesondere daran, was Du damit mit dem "nicht mehr wirklich dazuzugehören" meinst, sind wir sicher alle sehr interessiert. Unsere Kinder wachsen mit den "künstlichen Ohren" auf und kennen kein "anderes/normales" Hören. Für mich ist es ein Wunder, das die Prothesen so fantastisch funktionieren, zugleich wüßte ich aber sehr gern "wie" unser Sohn hört. Das es "anders" und auch teilweise "anstrengender" ist, als mein Hören ist manchmal erkennbar.

Vielleicht ergibt sich ja, z.B. bei einem unserer Treffen, ein persönlicher Kontakt.

Herzlichen Gruß
Enno
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hörgeschädigter & gehörloser Kinder

Telefon: 02065/8296675
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stefanie

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3

Montag, 7. Februar 2011, 16:26

hallo enno,

danke für dein intresse. ich war weg, darum komm ich erst jetzt dazu zu antworten.

Unser Sohn kann ebenso wenig wie wir Gebärdensprache (weder DGS noch LBG). Er ist gehörlos geboren und beidseitig seit 11 Jahren mit MED-EL CIs versorgt. Ein Wunsch nach Kenntnis oder Können von Gebärdensprache ist bei ihm nicht erkennbar vorhanden. Es ist nur einmal kurz aufgekommen, als sein rechtes CI nach einer erforderlichen und erfolgreichen Reimplantation ein Jahr lang keine ausreichenden Höreindrücke vermittelte und er offenbar fürchtete, daß er - sollte sein linkes CI auch nicht mehr funktioneren - gar nicht mehr mit anderen würde kommunizieren können.
ich meinte auch nicht das CI-kinder unbedingt auch gebärden sollen, aber wenn sie es möchten ist es eine tolle sache. ehrlich gesagt mache ich es ja auch nur aus spaß! mein eigentliches umfeld ist hörend und ich begegne nur in der SH hörbehinderten und davon können auch nur wenige gebärden. aber mir gefällt die sprache einfach total gut, auch wenn ich weit davon entfernt bin sie zu beherrschen.
ich mache ab donnerstag einen DGS-kurs für fortgeschrittene mit, denn LBG wird auf dauer fad. :rolleyes:
An Deinen Erfahrungen, insbesondere daran, was Du damit mit dem "nicht mehr wirklich dazuzugehören" meinst, sind wir sicher alle sehr interessiert. Unsere Kinder wachsen mit den "künstlichen Ohren" auf und kennen kein "anderes/normales" Hören. Für mich ist es ein Wunder, das die Prothesen so fantastisch funktionieren, zugleich wüßte ich aber sehr gern "wie" unser Sohn hört. Das es "anders" und auch teilweise "anstrengender" ist, als mein Hören ist manchmal erkennbar.
naja, es ist für mich wahrscheinlich auch noch schwieriger als für eure kinder, denn sie wachsen damit ja auf. wenn ich sag "ich gehör nicht mehr wirklich in diese welt" dann meine ich, dass ich mich viel mehr anstrengen muss um dazuzugehören.
beispiel: wir sind umgezogen und ich besuche einen neuen gymastikkurs. erstmal versteh ich in der umkleidekabine keinen piep und sitz da ziemlich doof rum, dann muss ich auch die ganze zeit in der halle viel mehr aufpassen als die anderen, weil ich einfach auch mit den augen hören muss, denn speziell auf den matten reichen meine CIs überhaupt nicht mehr aus.
aber auch wenn alle laufen oder musik an ist, hab ich nur schwer eine chance. auch die kleinen schnellen gespräche hin und her mit witzchen sind fast unmöglich.
ich hab ein einsilberverstehn von 90-100% auf beiden seiten und höre wirklich gut, aber diese dinge sind zu schwierig für mich und daran hatte ich mächtig zu knabbern.

darum geniese ich von zeit zu zeit das zusammensein mit anderen hörbehinderten so sehr. da wird raum geschaffen (mit FM-anlagen) in dem man einfach mal sein kann wie man ist und sich nicht an den normalhörenden messen muss. da sind missverständnisse ein grund zu erheiterung aller und kein grund wieder mal befremdet angesehn zu werden. :whistling:

was ich meine ist, die CIs sind was wunderbares und ermöglichen mir fast alles wieder relativ normal zu machen, aber sie haben ihre grenzen. eure kinder sind und bleiben was besonderes und brauchen manchmal auch was besonderes und sicher auch den kontakt zu anderen CI-kindern.

für mich war das neue hören zu anfang grausig, aber jetzt ist es fast normal. entweder hat sich mein gehirn so gut daran gewöhnt oder aber ich habe das alte hören vergessen. ich vermisse an klagqualität und auch in der musik kaum noch was. aber ich komme im alltag eben doch oft mal an meine grenzen.

und du hast ganz recht es ist einfach anstrengender. früher hab ich einfach gehört, da hab ich nix zugetan es lief einfach, ich musste nicht darüber nachdenken. ich konnte sogar willentlich dinge ausblenden und überhören. das funktioniert mit den CIs so einfach nicht. man hört bewusster und hier läuft niemals ein radio einfach als hintergrundmusik. obwohl ich musik nach langer eingewöhnung wieder richtig gerne mag, aber ich muss mich darauf konzentrieren und kann sie nicht einfach nebenher hören und so ist es auch mit der sprache.

Vielleicht ergibt sich ja, z.B. bei einem unserer Treffen, ein persönlicher Kontakt.
ja, vielleicht?! euer FM-thema hast du ganz super aufbereitet und das nächste thema find ich auch interessant.

liebe grüße

stefanie

4

Montag, 7. Februar 2011, 17:05

Hallo Stefanie,

vielen Dank für Deine ausführliche Antwort.

Manchmal ist es schwer sich der "kritischen" Hörsituationen bewußt zu bleiben, denen unsere Kinder ausgesetzt sind. Dass Sport(unterricht) in Hallen sicher nicht zu den "einfachen" Hörumgebungen gehört, kann ich mir sehr gut vorstellen. Auch stoßen FM-Anlagen im Sport(unterricht) an wohl Ihre Grenzen; Jonte nutzt die FM-Anlage in der Sporthalle (auch beim Badminton-Training) nicht, weil sie ihm dort "nichts bringt".

Aber gerade auch die Geräuschkulissen des Alltags sind sicher zum Teil nicht leicht zu durchdringen. Das Herausfiltern der wesentlichen Informationen aus dem "Rest" scheint sehr mühsam zu sein; noch gut erinnere ich mich an die großen Anstrengungen, die die ersten Schuljahre mit sich brachten.

Vielleicht hast Du ja ein paar Tips für uns, was Dir hilft, "leichter" zu verstehen. Lippen-mit-Lesen-Können scheint oft zu helfen.

Wenn Du Zeit findest mal bei einem unserer Treffen "vorbeizuschauen" sollte mich das sehr freuen.

Lieben Gruß
Enno
Netzwerk für Eltern & Freunde
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5

Montag, 7. Februar 2011, 22:33

Hallo Stefanie,
herzlich willkommen im Forum. Sehr viele der Hörgeschädigten hier sind noch kleine Kinder, aber es gibt auch einige ältere Kinder, die Dir sicherlich einige Auskünfte über ihre Erfahrungen mit ihren Implantaten geben können.

Viele Grüße
Berthold

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