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Donnerstag, 22. Oktober 2015, 17:29

Hanna aus Südbaden

Hallo Zusammen,

am 10.06.2015 ist unsere Tochter Hanna zur Welt gekommen. Sie kam vier Wochen vor dem voraussichtlichen Geburtstermin und wurde deswegen auf die Intensivstation gelegt. Aufgrund der Frühgeburt hatte sie allerdings keine Beeinträchtigungen. Nur der Hörtest, der nach zwei Tagen durchgeführt wurde, schlug auch bei mehrmaligen Versuchen fehl. Deswegen ließen wir im Juli in der Pädaudiologie in Freiburg nochmals einen Hörtest machen, der aber auch nicht positiv ausgefallen ist. Uns wurde empfohlen den Hörtest nochmal zu wiederholen, wenn Hanna mindestens drei Monate alt ist, weil die Aussagekraft der Tests dann sehr hoch ist.

Also haben wir den Hörtest im September nochmal in Freiburg durchgeführt. Das Ergebnis des Bera-Tests war, dass Hanna erst bei 90 db Geräusche wahrnimmt. Weil wir dieses Ergebnis durch eine zweite Meinung bestätigt haben wollten, haben wir den selben Test nochmal in der Pädaudiologie in Karlsruhe durchführen lassen. Das Ergebnis war ebenso wie in Freiburg. Von Freiburg habe wir ein Rezept für Hörgeräte bekommen. Seit letzter Woche Dienstag trägt sie nun beidseits Hörgeräte. Man merkt deutlich, dass sie Geräusche wahrnimmt, wenn sie sie trägt, weil sie dann sofort anfängt selbst zu brabbeln.

Da meine Familie, wie auch die Familie meines Freundes zum Teil von Hörbehinderungen vorbelastet ist, wissen wir, dass die Hörbehinderung sehr wahrscheinlich erblich bedingt ist. Meine Eltern trugen beide seit ihrer Kindheit Hörgeräte und seit ein paar Jahren auch CI`s. Aus diesem Grund ist mir das Thema nicht fremd und mein Freund und ich wollen auch, dass Hanna mit CI`s versorgt wird, weil ihr das bei diesem Grad der Hörbehinderung am meisten weiterhelfen wird. Bisher kennen wir jedoch persönlich keine Kinder die schon sehr früh CI`s bekommen haben. Ich frage mich, ob sie wohl in einen Kindergarten vor Ort gehen kann, wenn sie CI`s trägt oder ob das noch zu früh ist um mit anderen Kinder reden zu können. Falls hier jemand damit Erfahrung hat würden wir uns sehr über Rückmeldungen freuen.

Viele Grüße
Natalie (30 J.), Martin (31 J.) und Hanna

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Mittwoch, 28. Oktober 2015, 16:38

Moin Ihr drei,

erst einmal herzlich Willkommen in unserem Forum.

Eine frühe Versorgung mit CIs ist sicher gut. Unser Sohn hat "erst" (vor 16 Jahren hieß es "schon") mit 2 und 2 1/4 beidseitig CI's bekommen - 1999/2000 ging das technisch nur mit den Geräten von MED-EL, mit denen wir sehr zufrieden sind (aktuell hat er bds. OPUS 2 mit DaCapo-Akku-System). Er hat eine "normale" Kindergartenkarriere gemacht, allgemeine Schulen (Grundschule in Thüringen und NRW, Gymnasium in NRW) besucht und geht mittlerweile auf das Berufskolleg für Hörgeschädigte in Essen. Nächstes Jahr steht das ABI an. Sein O-Ton zur aktuellen Schule: "Das wird meine Schule, hier kann ich mich endlich auf den Inhalt konzentrieren und muß nicht mehr so viel Energie auf das Hören verschwenden" - und das nach einem sechsstündigen Probe-Schultag in Klasse 11 als 9.-Klässler. - Schaut Euch auch vielleicht die Kindergärten der Förderschulen für Hören und Kommunikation an, könnte sich lohnen.

Ähnliche "Schul-Karrieren" an allgemeinen Kindergärten und Schulen werdet Ihr von ganz vielen Eltern CI-versorgter Kinder hören/lesen. Den "Sprachdurchbruch" hat der erste Kindergarten gebracht, das war wie "Einschalten", plötzlich ging alles ganz schnell, vielleicht auch weil er "musste", wenn er mit den anderen Kindern kommunizieren wollte... (?). Unser Sohn kommuniziert lautsprachlich auch per Mobiltelefon in lauter Umgebung (ganz "normal" eben). Gebärdensprache hat er aktiv nicht gelernt, ebensowenig wie wir. - Eine der schönsten Erfahrungen ist, dass wir alle - Jonte eingschlossen - vergessen, dass er CIs hat - bis dann nach ca. 12 Stunden der Akku leer ist und kurz gewechselt werden muss - so "normal" ist der Umgang im Alltag.
Es gibt aber zwei sehr wichtige Aspekte, die Ihr bitte immer mit im Blick behalten solltet: 1. Euer Kind ist in erster Linie KIND, nicht "Ohr" - das kann bei den vielen Entscheidungen, Gesprächen etc. schon mal aus dem Blickfeld geraten und 2. es kommt primär auf Euch, Euer Engagement, Euer Durchhaltevermögen und vor allem Eure Zuwendung an, wenn Hanna CI-versorgt und therapeutisch betreut wird. Ein Spaziergang ist es sicher nicht aber es kann und wird gelingen.

Alles Gute für Euch und Eure Tochter.

Lieben Gruß,
Enno
Netzwerk für Eltern & Freunde
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