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6

Mittwoch, 1. April 2015, 21:10

Moin Anne,

wissen solltest Du, dass man über eine Hirnstammaudiometrie (BERA) sogar jede Frequenz einzeln prüfen kann, wenn - wie bei Oskar - die Hörnerven funktionieren. Meist ist das aber gar nicht erforderlich, sondern es "genügt" die Ableitung der "Hörschwellen"-Werte.

Es gibt von der Firma MedEL ein sehr schönes Bild, das die Alltagsgeräusche den Lautstärkewerten zuordnet. Ich habe es Dir mal an diese Nachricht gehängt; das hat mir immer sehr geholfen mir das "Hörvermögen" vorstellen zu können.

Deine Wahl eines Pädakustikers (Akustiker mit Zusatzqualifikation für Kinder) ist genau richtig. Eine "normaler" Akustiker kann mit den "Kinderproblemen" zwar "etwas anfangen", ihm/ihr fehlt aber das spezielle Fachwissen für Kinder und das ist absolut entscheidend.

Ich habe unglaublich viel über meine Wahrnehmung und mein Zurechtfinden in der "akustischen Welt" durch die Gehörlosigkeit von Jonte gelernt - Erfahrungen, die uns alle drei "weiter gebracht" haben. Ich meine manchmal die Welt nun mit "anderen Ohren" wahrzunehmen, vielleicht stimmt es ja ein bisschen...

Lieben Gruß,
Enno
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7

Mittwoch, 1. April 2015, 21:40

Hallo, Anne,

das tut mir leid, das entsprach natürlich nicht meiner Absicht.

Es ist unglaublich schwierig, im Alltag ohne ein objektives Messverfahren wie die BERA zu testen, ob und wie gut ein Kind hört. Ein Kind, das nicht oder sehr wenig hört, gleicht dies zu einem großen Teil durch eine extrem gute Beobachtungsfähigkeit aus und achtet auch auf Schwingungen des Bodens etc., die Normalhörenden gar nicht auffallen würden. Das werden wohl alle betroffenen Eltern bestätigen können. Deshalb wurde und wird die Hörschädigung oft erst sehr spät bemerkt. Selbst Ärzte lassen sich da leicht täuschen, das kann Dir nicht zuletzt Enno bestätigen.
Das Brabbeln erlaubt allerdings schon Rückschlüsse. Es gibt die erste Lallphase im Zeitraum von 3-6 Monaten, in denen hörende und nicht hörende Kinder gleichermaßen lallen. Die Kinder rufen da ein genetisch angelegtes "Programm" ab. In der zweiten Lallphase von 6-10 Monaten lernt das Kind aus dem Gehörten, ahmt nach und spielt mit der eigenen Stimme. Die Laute werden komplexer, werden wiederholt und das Kind lernt, bestimmte Laute des Gegenübers nachzuahmen. Nicht hörende Kinder verstummen in dieser Zeit zunehmend, da ihnen die entsprechenden Höreindrücke fehlen. Bei einer bloßen Hörbeeinträchtigungen wird das Ergebnis wohl irgendwo dazwischen liegen.
(s. http://www.knetfeder.de/kkp/entwuebersichtfenster.html)

Viele Grüße
Berthold

8

Freitag, 3. April 2015, 11:57

Hallo Berthold,
das habe ich auch nicht gedacht dass es deine Absicht war. Es stürmt nur so alles auf einen ein. Und auch wenn es ein wertvoller Tipp mit dem Pendred Syndrom war dachte ich so: Uff, was kommt da noch alles auf einen zu...

Aber wie gesagt, das wird schon alles. Mein Mann sagt "Sieh es als neue Herausforderung" und "Ach, das schaffen wir schon" und das ist für mich natürlich eine große Hilfe. Und wenn ich für irgendwas interessiere/engagiere dann mache ich das auch richtig.

Ja, es ist tasache schwer zu gucken was er wirklich wahrnimmt. Manchmal dreht er sich um wenn jemand ins Zimmer kommt, manchmal nicht. War er dann zu abgelenkt? Hat er keine Schwingungen gespürt? Hat man andere Geräusche von sich gegeben die er nicht wahrnehmen konnte? Wirklich schwer.

Danke Enno für deinen Anhang. Der Arzt sagte in etwa zu dem Ergebnis der BERA Messung, dass das nicht in Stein gemeisselt sei, dass er "z.B. nur Düsenjets" hört. Es wäre eine Tendenz dass er (ganz) schlecht hört, aber was er wirklich wahrnimmt und hört kann man nicht genau sagen. Man sollte es nicht auf die leichte Schulter nehmen und muss auf jedem Fall jetzt in die Gänge kommen. Das versuchen wir, auch wenn die Ärzte uns zur Zeit in der Luft hängen lassen, der Arzt im KH hat mir die ganze Sache in meinen Augen nicht zufriedenstellend erklärt (ich hatte aber auch mit dem Baby zu tun und war geschafft vom Tag) und der HNO Arzt vor Ort hatte keine Ahnung wie es nun weiter geht. Schwierig.

Ich wünsche euch frohe Ostern mit hoffentlich angenehmen Wetter und vielen Ostereiern!

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