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Dienstag, 22. Februar 2011, 19:40

14 Jahre mono-hören

Hallo an alle.
Ich heisse Swantje und werde in 2 Wochen 17 Jahre alt.
Ich habe bis ich 3 Jahre alt war normal gehört. Allerdings habe ich viele Mittelohrenzündungen und Scharlach gehabt.
Eines Tages musste ich beim telefonieren vom linken aufs rechte Ohr wechseln, weil ich meinen Papa nicht mehr verstehen konnte. Daraufhin sind wir bei vielen Ärzten und in der Uni-Klinik Essen gewesen. Die Ärzte haben gesagt, dass ich während einer Mittelohrentzündung einen toxischen also giftigen Scharlach hatte der meine Flimmerhärchen in der Schnecke bis auf wenige, nicht messbare Reste, getötet hat.
Damals haben uns die Ärzte gesagt, dass ein Cochlea Implantat bei mir nicht möglich ist, da mein rechtes Ohr einwandfrei funktioniert und das deswegen die Töne durch das CI später als durch mein anderes Ohr im Gehirn ankommen würde. Meine Eltern haben sich gegen eine Cross-Versorgung entschieden weil die Ärzte uns gesagt haben, dass es später vielleicht Möglichkeiten mit einem CI geben kann.
Ich habe bis ich 14 war immer ein Hörgerät getragen, aber ab dann nur noch selten weil es mir nichts gebracht hat.
Vor ca einem halben Jahr habe ich zufällig bei meiner Oma im Senioren Ratgeber aus der Apotheke einen Artikel über eine Frau gelesen die ein CI auf der einen und ein Hörgerät auf der anderen Seite hatte.
Daraufhin habe ich im Internet die Deutschen Cochlear Implant Gesellschaft e.V. angeschrieben und auch eine Antwort mit Kontaktdaten bekommen. Dann habe ich die Uni-Klinik Hannover angeschrieben. Dort musste ich lange auf einen Termin warten und war in der Zwischenzeit auf dem Hörfest der Uni-Klinik Düsseldorf. Dort habe ich Professor Klenzner kennengelernt. Ich habe dann dort angerufen und auch kurzfristig einen Termin bekommen. Das war kurz vor Weihnachten 2010. In der ersten Januarwoche stand dann fest ich kann operiert werden. Am 2.2 hatte ich OP-Termin. Am 24.1 hat die Klinik angerufen und gefragt, ob wir sofort kommen könnten, weil am nächsten Tag ein Termin freigeworden ist. So wurde ich dann am 25.1 operiert. Statt 2 Stunden dauerte meine OP 6 Stunden weil Professor Klenzner noch Studentinnen dazu geholt hat, weil er meinte, dass es in meinem Kopf wie im Lehrbuch aussieht.
Ich habe die OP super überstanden und bin 4 Tage später wieder entlassen worden.
Gestern hatte ich den Erstanpassungstermin. Bereits nach einer halben Stunden hat etwas gefehlt, wenn das CI aus war und ich konnte 2 Stunden später wieder räumlich hören.
Heute hatte ich zum ersten mal Sprachtraining und konnte schon einzelne Wörte und zum Teil auch Sätze verstehen.
Das Hören war am Anfang komisch, es hört sich alles jetzt volumiger an und wenn ich das CI ausmache ist es wie wenn man beim Radio von Stereo auf Mono stellt, nur viel stärker.
Tiefe Töne finde ich sehr angenehm, hohe sind nicht so schön und auch anstrengender zu verstehen.
Ich bereue die OP nicht, ich habe schon nach einem Tag mein großes Ziel das räumliche Hören erreicht.
Das ist meine Geschichte.
Wer Fragen hat soll mich gerne anschreiben oder einfach beim nächsten Hörtreff ansprechen.

Liebe Grüße

Swantje

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Swantje« (23. Februar 2011, 20:48)


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Mittwoch, 23. Februar 2011, 09:18

Hallo Swantje,

super, das freut mich sehr.
Gerade die von Dir geschilderten Höreindrücke sind für mich hochinteressant, da unser Sohn kein "normales" Hören kennt und uns nicht schildern kann, "wie" er hört.

Alles Gute.
Enno
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3

Mittwoch, 23. Februar 2011, 17:24

Hallo Swantje,

schön, dass bei Dir alles so gut geklappt hat! Ich hoffe, Du hältst uns bezüglich Deiner neuen Höreindrücke auf dem Laufenden.

Denn wie Enno schon geschrieben hat, so ist es für unsere Kinder nicht möglich zu erklären, wie sich ein Cochlea Implantat anhört.

LG Torsten

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