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6

Freitag, 7. Juni 2013, 09:34

Moin Nina,

wenn Constantin mit der jetzigen Einstellung klar kommt solltet Ihr nichts verändern.

Wenn es "Probleme" mit FM-Anlagen gibt, hat das für CI-Versorgte den Nachteil, dass zwei unterschiedliche Komponenten betroffen sein können, nämlich der FM-Empfänger und/oder der Sprachprozessor des/der CI(s).

Einstellungen an den FM-Empfängern kann nur ein Akustiker vornehmen, dazu fehlten in den CI-Centren die notwendigen Geräte. Einstellungen an den Prozessoren macht in der Regel das CI-Centrum.

Falls Constantin sagt, er bekommt, wenn die FM-Empfänger an die Prozessoren angeschlossen sind, weniger mit (= das Mikrofon ist leiser), dann solltet Ihr das Mischverhältnis der Sprachprozessoren beim nächsten Anpasstermin prüfen lassen und auf 1:1 stellen - das hilft in der Regel. Ob es am Anschließen der FM-Empfänger liegt, könnt Ihr auch testen, indem Ihr das mitgelieferte gelbe (!) Klinkensteckerkabel (für Walkman, mp3-Player, etc) anschließt - wenn es am Anschließen eines externen Gerätes an die FM-Batteriehülsen liegt, dann wird auch in diesem Fall das Mikrofon "leiser".
Nur wenn das Mischverhältnis-Ändern nicht hilft, solltet Ihr die FM-Empfänger anders einstellen lassen.

Generell sollte die erste Anlaufstelle immer das CI-Zentrum/der CI-Hersteller sein und nicht ein Akustiker, zumindest machen wir das seit 13 Jahren so und "fahren" damit sehr gut. Akustiker haben wir "nur" für Ohrpassstücke und die Beratung und den Einkauf der FM-Anlage benötigt. Seit es den Activiy Ohrhaken gibt, benutzt Jonte auch beim Sport keine Ohrpassstücke mehr.

Lieben Gruß
Enno
Netzwerk für Eltern & Freunde
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Nina

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7

Dienstag, 11. Juni 2013, 22:23

Hallo Enno,

lieben Dank dir noch mal für die ausführliche Beantwortung meiner Fragen.

Wie ist es bei Jonte im Störschall, wenn z.B. einige seiner Freunde durcheinander sprechen? Kann er seinem Gesprächspartner folgen oder hat er dabei Probleme? Muss er sich sehr konzentrieren? Ich merke deutlich, dass Constantin im Kindergarten oder auch anderswo, wenn es etwas lauter ist, sofort schlechter versteht. Muss die Einstellung der CIs noch optimiert werden oder gelangt das CI bei Störschall an seine Grenzen? Die Anpassung ist bei uns, nach wie vor, stressig, weil Constantin es als sehr anstrengend empfindet, eine Stunde still zu sitzen, sich zu konzentrieren und anzugeben, ob der Ton sehr laut, normal laut, leise oder zu leise ist. Ich kann ihn da verstehen, selbst für uns als Erwachsene ist es ja nicht einfach zu differenzieren, ob ein Ton nun gut laut oder doch zu laut ist.

Liebe Grüße,
Nina

8

Donnerstag, 13. Juni 2013, 17:43

Moin Nina,

das CI kommt "beim Störschall" genauso wie unsere Ohren an Grenzen. Die Leistung "Hören" vollbringt das Gehirn - wenn Constantin "schlechter" versteht, heißt das noch nicht, dass die CIs "falsch" eingestellt sind. Auch Du kannst sicher, wenn mehrere Personen durcheinander sprechen Dein Gegenüber schwerer verstehen, wenn Dich dann auch noch mehrere Gespräche gleichzeitig erreichen oder interessieren, kann das schon mal "stressig" sein ... - eben der berühmte Cocktail-Party-Effekt.

Ich würde versuchen mir die Situationen zu merken, in denen Dir/Euch das "schlechter" verstehen auffällt und beobachten, ob sich das vielleicht verändert. "Typisch" wäre z.B. dass das nach einer Anpassung mit Veränderungen häufiger auftritt, sich aber dann wieder normalisiert. Diese Informationen könnte Ihr dann beim nächsten regulären Anpasstermin besprechen.

Grundsätzlich ist "Störschall" immer anstrengender als "Ruhe", z.T. sind es auch bestimmte Frequenzen, die sich besonders stark auswirken. Eine hörgeräteversorgte Freundin von uns hat z.B. ein Programm für "laute Umgebungsgeräusche". Jonte hatte mal ein Programm mit dem er "kreischende Mädchen" dämpfen konnte - wirklich oft genutzt hat es aber nicht, da die MED EL CIs eine "Automatic Gain Control" genannte Funktion haben, die dafür sorgt, dass der Prozessor im Rahmen des Programms optimal an die Umgebungsgeräusche angepasst wird.

"Anpassung" ist sehr sehr sehr anstrengend - dreimal sehr reicht im Grunde gar nicht. - Kennst Du fast sechsjährige Kinder, die sich rund eine Stunde hoch konzentriert mit langweiligen Tönen und Tonhöhen beschäftigen können ohne völlig "kaputt" zu sein? - Ich nicht. Hier kommt es auf die Erfahrung der Anpassenden Personen an, zu merken, wann "Schluss" ist. - Das kann je nach Tagesform schon eine ganze Weile vor dem "Kaputt-Sein" der Fall sein.

Die CI-Einstellungen grundlegend in kurzer Folge zu verändern kann sich auch negativ auswirken, denn das Gehirn muss sich immer erst in möglichst vielen verschiedenen Hörsituationen an die neue Einstellung gewöhnen - manchmal braucht es ein bisschen Geduld.

Sehen wir uns am Freitag in Krefeld zum GU- und Familientag?

Viele Grüße
Enno
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