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Mittwoch, 14. Juli 2010, 15:02

Deutschlandfunk - Forschung aktuell vom 13.07.2010

Gestern hat der Deutschlandfunk einen "aktuellen" Forschungsbeitrag zum Hören mit CI unter dem Titel: Wieder richtig hören gesendet. Wer mag kann ihn unter http://www.dradio.de/dlf/sendungen/forschak/1224029/ noch eine Weile nachhören und nachlesen.

Da mir einiges Inhaltliche und auch die Hörbeispiele nicht gefallen haben, habe ich dem zuständigen Redakteur eine Email geschrieben, sie ist weiter unten angefügt.

Es sollte mich freuen, rege Beiträge von Euch zu lesen.

"Lieber Herr Böddeker,

Ihre Kollegin war so freundlich mir Ihre E-Mail-Adresse mitzuteilen.

Vielen Dank, daß Sie sich dem Thema "CI" angenommen haben.

Ihren gestrigen Beitrag habe ich mit einem gewissen Befremden zur
Kenntnis genommen. Unser inzwischen 12 jähriger Sohn ist seit seinem 2.
Lebensjahr beidseitig mit CIs versorgt, besucht in Moers ein "normales"
Gymnasium und kommt mit den geschilderten Alltagssituationen bestens
zurecht. Auch spielt er Trompete und korrigiert sein Spiel "nach Gehör"
in die richtige Richtung (Ton höher oder tiefer ).

Die Aussage "Mit Cochlea-Implantaten ist das nicht möglich - sie
arbeiten nicht genau genug." ist schon seit Einführung der Implantate
der Firma MedEl vor 20 Jahren (!) hinfällig, denn hier wird mit einer so
hohen Pulsrate gearbeitet (14.000 Pulse/Sekunde), daß genau der von
Herrn Seeber beschriebene "zeitliche Schalleinfall" zur Orientierung
genutzt werden kann. Sprachverständnis fängt bei ca. 800 Pulsen/Sekunde
an. Die 1000 Pulse sind daher ein eher schlecht gewähltes Beispiel.

Auch die Versorgung mit 2 CIs wurde seitens der gesetzlichen
Krankenkassen erst erstattet, nachdem die Verbesserungen im Störschall
und die bessere Orientierung im Raum nachgewiesen wurde. Hierzu gibt es
Studien. Die wohl beste Quelle für weitere Informationen hierzu ist Frau
Dr. Kühn, Direktorin des CHC (Comprehensive Hearing Center) der
Universitätsklinik Würzburg. Unser Sohn hat vor vielen Jahren an einer
solchen Studie teilgenommen. Sie erreichen Frau Dr. Kühn unter folgender
E-Mail-Adresse: info@chc.klinik.uni-wuerzburg.de; das CHC ist über die
Internetseite www.chc.klinik.uni-wuerzburg.de erreichbar.

Leider ist die "Wir-sprechen-in-einen-Metalleimer-Impression" als
Versuch, wie man mit einem CI hört, auch wenig hilfreich. Mein Sohn hat
diesen Teil Ihres Beitrags gerade als "absoluten Blödsinn" bezeichnet,
nachdem er ihn über audio-on-demand nachhörte.

Meines Erachtens nach gibt Herr Seeber einen Forschungsstand von vor ca.
7-10 Jahren wieder, das ist leider nicht "aktuell".

Da uns sehr daran gelegen ist, die Vorteile und den enormen Nutzen von
CIs an möglichst viele Personen, die gehörlose Kinder/Verwandte/Freunde
haben, weiterzugeben haben wir in Duisburg und Umgeben letzten Monat
eine Selbsthilfegruppe gegründet. Weitere Informationen finden Sie auch
unter www.hoer-treff.de. Herrn Hatscher leite ich diese E-Mail weiter.

Ich habe den Beitrag auch an die Firma MedEl weiterempfohlen und um eine
Kopie von evtl. dort vorhandenen Studien gebeten, die ich Ihnen gern zur
Verfügung stellen werde.

Gesendet wurde der Beitrag ja schon - leider ist er inhaltlich nicht
aktuell, wenn nicht sogar teilweise falsch.

Entschuldigen Sie bitte diese Formulierung, aber ich bin deutlich bessere Recherchen von DRadio gewohnt.

Mit freundlichen Grüßen

Enno Peters
Netzwerk für Eltern & Freunde
hörgeschädigter & gehörloser Kinder

Telefon: 02065/8296675
E-Mail: mail@hoer-treff.de
Internet: www.hoer-treff.de

2

Mittwoch, 14. Juli 2010, 16:57

Hallo Enno,

ich hatte Dir ja den Link zu dieser Sendung zugeschickt. Ich finde, Du hast einen wunderbaren Brief an die Verantwortlichen geschrieben. Ich bin mal auf deren Reaktion gespannt und hoffe, dass Du die Antwort auch hier veröffentlichst.

LG Torsten

Netzwerk für Eltern & Freunde
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3

Donnerstag, 15. Juli 2010, 11:03

Hallo Enno,

ich finde Deine Kritik am Deutschlandfunk-Beitrag sehr gut und sehr wichtig. Allerdings ist es schon verwunderlich, daß dieser Beitrag so fehlerhaft ist, denn er ist ja keineswegs CI-feindlich.

Viele Grüße

Andrea

4

Donnerstag, 29. Juli 2010, 15:50

Hallo Enno,

hast Du mittlerweile etwas vom Deutschlandfunk gehört? Halt uns doch bitte auf dem Laufenden. Danke ;)

LG Torsten

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5

Freitag, 3. September 2010, 11:19

Moin,

inzwischen hat sich Herr Böddeker per Mail gemeldet. Zugleich aber darum gebeten, seine Antwort-Email nicht zu veröffentlichen, dies auch, weil Korrespondenz mit Herr Seeber enthalten ist. Dem Wunsch komme ich natürlich nach.

Ich fasse daher zusammen:
  • räumliches Hören ist mit zwei CIs möglich, der möglicherweise entstandene Eindruck. dies sei nicht der Fall sollte nicht entstehen
  • eigentliches Thema des Beitrags war die Forschung an der besseren Verrechnung der Schallsignale
  • es scheint so, dass, nach den Forschungsergebnissen von Herrn Seeber (er beruft sich auch auf andere Forschergruppen mit ähnlichen Ergebnissen), das Hören der Herkunft des Geräusches anhand der Lautstärke, nicht des Zeitunterschiedes des Geräusches erfolgt
  • die "Simulation" des Hörens mit CI sei für Normalhörende hilfreich, da sie ermöglicht, die Probleme der CI Patienten bei Hören mit Störgeräuschen besser nachzuvollziehen.


Zurecht hat Herr Böddeker in seiner Email an mich auch darauf hingewiesen, dass sich in einem kurzen Radiobeitrag so komplexe Sachverhalte nur sehr gerafft behandeln lassen, zumal für die Radiohörer zunächst erklärt werden muss, was CIs sind und wie sie grundsätzlich funktionieren. Allein dies nähme naturgemäß schon einiges an Raum ein.

Grundsätzlich ist es sehr gut, wenn mehr und häufiger über Hörschädigung und die Versorgungsmöglichkeiten mit CIs (sofern sinnvoll) berichtet wird. Ich hoffe sehr, dass kein Radiohörer durch die "Hörsimulation" abgeschreckt wurde, sich mit dem Thema zu beschäftigen.

Viele Grüße, vielleicht sehen wir uns ja beim nächsten Treffen am 25.09. in Duisburg

Enno
Netzwerk für Eltern & Freunde
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Telefon: 02065/8296675
E-Mail: mail@hoer-treff.de
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