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Mittwoch, 3. Mai 2017, 10:04

Vorstellung und Frage - gibt es eine Möglichkeit Innenohrschwerhörigkeit zu "heilen"?

Hallo zusammen,

ich bin die Mama von Sami und wir haben im August die Diagnose Innenohrschwerhörigkeit und ein Rezept für ein Hörgerät erhalten. Es ist nur eine leicht bis mittlere Schwerhörigkeit auf beiden Seiten.
Mein Mann war total entsetzt. Für mich war es nicht so verwunderlich, da wir schon lange den Verdacht hatten dass er schlecht hört.....
Wir waren mehrfach in der pädaudiologischen Uniklinik in München. Als er 2 war als er 3 war und mit 4 Jahren haben wir immer den Befund normal hörig bekommen. Sprachlich war er verzögert aber noch im Rahmen.
Mein Mann kann die Diagnose nur ganz schwer akzeptieren und sucht nun nach Möglichkeiten, das Ohr wieder heil zu machen. Er wollte mit der HG Versorgung noch warten... Wir haben einen Innenohrlaser angeschafft. Angeblich nach 6 Wochen messbare Verbesserung.... Wir haben sogar länger angewendet, leider ohne Erfolg. Obwohl unser Sohn wirklich prima mitgemacht hat. Er ist im September in die Schule gekommen und er hatte also kein HG. Nachdem die Lasertherapie nicht geklappt hat habe ich darauf gedrängt (und auch unser Förderzentrum) dass Sami ein HG bekommt. Für meinen Mann war das sehr schwierig und was uns allen große Probleme macht ist, dass wir da nicht einig sind. Sami wollte auch ein HG und ich denke er kommt inzwischen prima zurecht. Er hat es seit 5 Wochen und trägt es in der Schule und bis abends. ich muss es ihm nur hinhalten.
Nun will mein Mann dass Sami HG Pausen macht. Ich habe mit unserer Förderstelle gesprochen... er soll sie immer reintun auch am Wochenende.... Mein Mann meint aber dass er sich dann zusehr an das HG gewöhnt und nicht mehr ohne kann....
Da wir so lange gewartet haben und in Samis Schule die gegebenheiten für ein schlechter hörendes Kind ungünstig sind, wurde uns ein Probeunterricht im Förderzentrum angeraten. Das ist nun etwas das mein Mann eigentlich vermeiden wollte... dennoch sieht er auch dass es im Moment wohl das einzig richtig ist.
Kennt Ihr Methoden mit denen eine Innenohrschwerhörigkeit geheilt werden kann. Gibt es Trainings oder irgendwas?
Die Aussage von den Pädagogen/Akustiker/Ärzten zufolge ist es das nicht....

Viele Grüße
Sylvia

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Mittwoch, 3. Mai 2017, 11:47

Moin Sylvia,

erst einmal herzlich Willkommen!

Die Hörschädigung zu akzeptieren ist leider für manche Eltern sehr schwer, Dein Mann scheint so jemand zu sein. - Akzeptiern oder nicht, es ändert nichts, sondern ER macht es Eurem Kind nur schwerer.

Um Deine Eingangsfrage zu beantworten: NEIN, man kann Innenohrschwerhörigkeit nicht "heilen", was ein "Laser" bringen soll ist mir schlicht schleierhaft...

Die Tatsache, dass Sami ohne Hörgeräteunterstützung hören mußte macht es für ihn jetzt schwerer. Vielleicht fehlt Deinem Mann auch eine Vergleichbarkeit - versucht doch mal folgendes: Macht Euch (Dein Mann und Du) einfach mal mit HIlfe von Oropax schlecht hörend und versucht einen Tag "durchzukommen" ohne zu mogeln durch Herausnehmen der Oropax-Propfen. (Meine Vermutung ist, dass Ihr das nicht sehr lange und schon gar nicht den ganzen Tag durchhaltet.) - Dann kann Dein Mann einmal nachvollziehen, wie schwer es für Sami ohne die Hörgeräte ist.

WICHTIG ist, dass die Hörgeräte optimal angepasst werden und Ihr viel mit ihm übt und ihn darin bestärkt, dass er sie braucht und nutzt. Wenn er sie freiwillig und gern trägt ist das schon "die halbe Miete". Optimal eingestellte Hörgeräte ermöglichen inzwischen ein "fast normales" Hören und damit auch verstehen und Sprechen.

Du schreibst, dass Sami verzögert aber noch im Rahmen zu sprechen begonnen hat. Nur was man hört kann man auch sprechen (lernen) - dabei helfen ihm die Hörgeräte und es wäre nicht verwunderlich, wenn er nun mit den Hörgeräten sprachliche "Sprünge" machte.

Klar, es tut zunächst einmal unglaublich weh ein behindertes Kind zu haben - aber die modernen Hilfsmittel sind inzwischen so hervorragend, dass Ihr und vor allem Dein Mann es irgendwann "vergesst", dass Sami Schwerhörig ist. Mir geht das ganz oft so. Unser Sohn macht gerade Abitur. Er ist gehörlos zur Welt gekommen und hat zwei CIs. Er telefoniert auf einem Segelboot im Wind mit einem Mobiltelefon ebenso wie seine Freunde, er spricht ohne dass man seine Hörschädigung bemerkt - das war viel Arbeit am Anfang und in der Schule mit nicht nur wohlwollenden Mitschülerinnen und Mitschülern und leider auch nicht wenigen Lehrerinnen und Lehrern nicht immer einfach. Aber es lohnt sich für Euren Sohn und damit auch für Euch die Behinderung zu akzeptieren und das Optimum daraus zu machen.

In den Hörzentren der (Uni-)Kliniken gibt es meist ein Team aus interdisziplinär arbeitenden Pädagogen, Ergotherapeuten Psychologen und Pädaudiologen, wenn dort eine Beratung angeboten wird, würde ich die wahrnehmen. Wir haben hier in NRW und seinerzeit auch in Würzburg sehr gute Erfahrungen mit den Frühförder-Beratungsstellen der Förderschulen gemacht, vielleicht kann man Euch dort auch noch weitere Tipps geben.

Ich wünsche Euch viel Kraft und Erfolg - ach ja, bevor ich es vergesse: Bitte nie aus den Augen verlieren, dass Euer Sohn nicht nur "Ohr" ist ...

Wenn noch Fragen sind, einfach melden auch gern per Telefon.

Lieben Gruß,
Enno
Netzwerk für Eltern & Freunde
hörgeschädigter & gehörloser Kinder

Telefon: 02065/8296675
E-Mail: mail@hoer-treff.de
Internet: www.hoer-treff.de

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3

Dienstag, 9. Mai 2017, 11:27

Danke

Hallo Enno,

vielen Dank für deine prompte Antwort.

Vielleicht noch eine kurze Frage: Macht es Sinn Hörgerät-Pausen einzulegen?.... Also z.B. am Wochenende ohne und nur unter der Woche mit HG?

Liebe Grüße aus Bayern

Sylvia mit Sami

4

Donnerstag, 15. Juni 2017, 23:26

Hallo, Sylvia,

ich denke nicht, dass es sinnvoll ist, dem Kind Hörgerätepausen vorzugeben. Was soll das nutzen? In der Zeit wird Euer Kind größere Mühe haben, etwas zu verstehen.
Es kann allerdings sein, dass Euer Kind von sich aus zur Erholung zwischendurch die Stille sucht und die Geräte ablegt oder ausschaltet. Das sollte er aber selbt entscheiden. Unsere Tochter, die Cochleaimplantate hat, nimmt sich solche Pausen.
Das Hören und verstehen mit Hörschädigung ist anstrengender als bei gesundem Gehör.

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