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Donnerstag, 23. Januar 2014, 14:47

Nach 1,5 Jahren nach der Implantation immer noch kein Sprachverständnis

Hallo liebe Forumsmitglieder,

ich hätte da eine Frage im Auftrag einer Freundin.
Ihr Kind wurde vor 1,5 Jahren implantiert und hört Geräusche deutlich und nachweisbar. Allerdings versteht er scheinbar die Sprache gar nicht und demensprechend enwickelt er kein Sprechen. Unser CIC hat den Eltern gesagt, dass das Kind anscheinend nicht in die Sprache kommt und es wurde den Eltern von den Hörgeschädigtenpädagogen empfohlen mit der Gebärdensprache anzufangen. Hat jemand von euch das gleiche Problem oder wurde mit so einem Problem konfrontiert? Was habt ihr gemacht? Wo kann man am besten noch eine zweite Meinung einholen? Welches CIC oder einen Spezialisten würdet ihr empfehlen?Vielen Dank im voraus für eine schnelle Antwort.

Viele Grüße aus dem Saarland,
Olha

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Donnerstag, 23. Januar 2014, 18:49

Hallo, Olunja,

von großer Bedeutung ist noch die Frage, wie alt das Kind bei der Implantation war. Ab einem gewissen Altern ist der Spracherwerb nur noch eingeschränkt und schließlich im Regelfall gar nicht mehr möglich. Bei einer Implantation etwa in den ersten drei Lebensjahren ist der Spracherwerb natürlich möglich, wobei eine frühe Implantation günstig ist.
Wenn das Kind noch ziemlich jung ist, keine geistige Behinderung oder eine Wahrnehmungs- und Verarbeitungsstörung oder andere Besonderheiten aufweist, die Implantation ordnungsgemäß verlaufen ist, die Einstellung der Sprachprozessoren gut erfolgt und die Förderung - insbesondere durch die Eltern - gut ist, dann wäre es zumindest mit sehr, sehr hoher Wahrscheinlichkeit zu erwarten, dass der Spracherwerb funktioniert. Nach 1,5 Jahren müsste schon ein deutlicher Fortschritt festzustellen sein. An all den genannten Punkten könnte es aber natürlich auch scheitern.
Wir kennen hier beispielsweise Fälle, in denen die Betreuung in den Kliniken schlecht war, die Sprachprozessoren nicht gut eingestellt wurden und es daher nicht zu Fortschritten kam. Nach einem Wechsel der Klinik ergab sich dann nach einiger Zeit die deutliche Verbesserung. Ebenso wäre es beispielsweise sehr ungünstig, wenn das Kind die Sprachprozessoren häufig gar nicht trägt und keine gezielte Förderung erhält.

Viele Grüße
Berthold

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Donnerstag, 23. Januar 2014, 20:07

Hallo Berthold,
Danke für deine Antwort.
Das Kind wurde mit 1 Jahr das erste mal imlantiert und zwar vom gleichen Operateur wie mein Kind. Aus eigener Erfahrung muss ich sagen, dass der Chirurg sehr gut ist, wir haben bei ihm 3!!! OP's gehabt (Damian, mein Sohn, wurde 1mal reimplantiert) und jedes mal ist alles super gelaufen. Bei dem besagten Kind hat laut den Ärzten bei der Implantationen auch alles wunderbar geklappt. Unser CIC meint, die Einstellungen wären auch in Ordnung, bei den Hörtests allerdings will das Kind nicht unbedingt mitmachen. Wir wissen aber nicht, ob eine Wahrnehmungs- und Verarbeitungsstörung vorliegt. Wer stellt das fest? Der Phoniater oder der Kinderneurologe? Sonst ist das Kind sehr fit und nicht auffällig. Der Junge bekommt auch alle möglichen Therapien und Führförderung. Die CI's sind auch permanent an den Ohren.

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Donnerstag, 23. Januar 2014, 21:17

Hallo, Olunja,

mit 2,5 Jahren ist das Kind auf jeden Fall noch sehr jung, so dass auf jeden Fall Zeit genug ist, um gegebenenfalls etwas zu verbessern und davon zu profitieren. Ich kenne mich mit so jungen und früh versorgten Kindern zu schlecht aus, um sagen zu können, welches Sprachverständnis und welche Sprachbeherrschung man da ungefähr erwarten kann. Ich denke aber, dass es nicht mehr im Bereich des Normalen liegt, wenn wirklich kein oder kaum ein Sprachverständnis erzielt worden ist.
Nach allem, was ich von Fachleuten höre und mit unserer Tochter selbst erlebe, funktionieren richtige Hörtests zur Bestimmung von Hörschwellen mit Kindern in diesem Alter nie.
Hier ist ein Link zur Auditiven Wahrnehmungs- und Verarbeitungsstörung für einen ersten Überblick: http://de.wikipedia.org/wiki/Auditive_Ve…sst%C3%B6rungen Ich will jetzt nicht sagen, dass das jetzt wahrscheinlich ist. Es ist aber grundsätzlich denkbar.
Der Umstand, dass das CIC sagt, dass ihre Einstellungen gut sind, besagt natürlich nichts. Sie werden ja gewiss nicht bewusst etwas falsch machen. Es könnte aber beispielsweise sein, dass die Stimulation der Hörnerven zu schwach eingestellt ist, also die Geräusche zu "leise" sind, und daher Sprache nicht verstanden werden kann. Diese Möglichkeit u.a. könnte im CIC diskutiert werden und man sollte darüber sprechen, ob man es nicht mit veränderten Einstellungen versuchen sollte. Wenn die technische Betreuung nur durch eine Person erfolgte, so könnte man auch versuchen, die Meinung anderer Personen des CIC zu den konkreten Einstellungen einzuholen, soweit vorhanden. Allerdings könnte es gut sein, dass dort niemand einen Kollegen/eine Kollegin kritisieren möchte. Wenn im CIC niemand bereit wäre, probeweise Veränderungen an den Einstellungen vorzunehmen und trotzdem dort niemand eine überzeugende Erklärung für den bisher fehlenden Erfolg hat, so würde ich erwägen, das CIC zu wechseln oder jedenfalls die Meinung eines anderen CIC einzuholen. Wie das mit der Krankenversicherung oder Krankenkasse liefe, weiß ich allerdings nicht.

Viele Grüße
Berthold

5

Donnerstag, 23. Januar 2014, 21:51

Vielen lieben Dank.

Ich werde das auch so weiterleiten. Die Gedanken und Befürchtungen hatte ich auch aus eigener Erfahrung.
Viele Grüße,
Olha

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