Du bist nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: HOER-TREFF.DE - Netzwerk für Eltern & Freunde hörgeschädigter & gehörloser Kinder. Falls dies dein erster Besuch auf dieser Seite ist, lies bitte die Hilfe durch. Dort wird dir die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus solltest du dich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutze das Registrierungsformular, um dich zu registrieren oder informiere dich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls du dich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert hast, kannst du dich hier anmelden.

Nina

Fortgeschrittener

  • »Nina« ist weiblich
  • »Nina« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 40

Wohnort: Mülheim

  • Private Nachricht senden

1

Donnerstag, 30. August 2012, 17:11

Nochmal Thema Schule

Hallo zusammen,

in meinem Beitrag geht es auch um das Thema Schule und ich habe viele Fragen an die Eltern, deren Kinder eine Regelschule besuchen, also auf jeden Fall an Enno und Torsten :) .

Constantin (5 Jahre, 2CIs) wird nächstes Jahr in die Schule kommen. Bis jetzt ist eine Regelschule geplant, dieselbe, in die auch seine 3-Jahre ältere Schwester geht. Ich mache mir natürlich viele Gedanken, wie alles werden wird, ob Constantin zurecht kommt etc. und bin auf eure Erfahrungen sehr gespannt.

Wie sieht der Alltag eurer hörgeschädigten Kinder in der Schule aus? Haben sie einen besonderen Sitzplatz in der Klasse, also weit vorne? Ist der Klassenraum besonders ausgestattet worden? Ist der Unterricht für die Kinder sehr anstrengend, benötigen sie nach der Schule eine Ruhezeit oder müssen sich sogar hinlegen? Gibt es noch andere Kinder mit Behinderungen in der Klasse? Haben eure Kinder schnell Kontakt zu anderen Kindern gefunden (obwohl das natürlich Typsache ist und nicht unbedingt mit der Hörschädigung zusammenhängen muss)? Können eure Kinder dem Unterricht problemlos folgen? Benutzen sie eine FM-Anlage? Wie oft kommt der GU-Lehrer in die Schule und was macht er genau?

Im Oktober/November gibt es in der Förderschule Essen (die uns betreut) eine Infoveranstaltung zum Thema Einschulung 2013. Ich werde auf jeden Fall dorthin gehen. Ist hier im Forum vielleicht noch jemand, dessen hörgeschädigtes Kind 2013 eingeschult wird und diese Veranstaltung ebenfalls besucht?

Fragen über Fragen. Ich werde am 13.9 auch zum Hörtreff kommen, dann bestimmt mit noch mehr Fragen. ;)

Viele Grüße,
Nina

2

Freitag, 31. August 2012, 17:48

Hallo Nina,

das Thema Schule bzw. Schulbeginn wirft immer wieder einige Fragen auf, daher haben Enno und ich besprochen, dass wir Anfang nächsten Jahres ein Treffen diesem Thema widmen werden.

Aber nun zu Deinen Fragen ...

Zitat

Wie sieht der Alltag eurer hörgeschädigten Kinder in der Schule aus?
Nun ... ich denke der Alltag unserer Kinder sieht nicht anders aus, als der Alltag eines anderen Schulkinds. Morgens geht es in die Schule, nach der Schule müssen Hausaufgaben erledigt werden, evtl. wird am Nachmittag mit Freunden gespielt, Sport getrieben usw.

Zitat

Haben sie einen besonderen Sitzplatz in der Klasse, also weit vorne? Ist der Klassenraum besonders ausgestattet worden?
In Yasmin's Klasse werden die Sitznachbarn und Sitzplätze alle paar Wochen getauscht. Der Klassenraum ist auch nicht besonders ausgestattet worden.

Zitat

Ist der Unterricht für die Kinder sehr anstrengend, benötigen sie nach der Schule eine Ruhezeit oder müssen sich sogar hinlegen?
Tja, dass ist eine gute Frage. Yasmin will immer Action haben, doch wir haben den Eindruck, dass Sie der Schulalltag doch teilweise sehr anstrengt. Leider hat sie noch nicht gelernt sich zu entspannen, aber wir arbeiten dran :) Leider können wir das nicht so genau festmachen, denn wie gesagt will Yasmin immer etwas zu tun haben ...

Zitat

Gibt es noch andere Kinder mit Behinderungen in der Klasse?
Yasmin geht in eine Regelgrundschule und dort nicht in eine spezielle integrative Klasse oder ähnliches. Doch gibt es noch weitere Kinder mit Förderbedarf, so hat Yasmin z.B. zwei Autisten und andere Kinder mit Förderbedarf in der Klasse. Das "Problem" dabei ist, dass Yasmin (und wahrscheinlich viele anderen hörbehinderte Kinder) nach außen hin keine Beeinträchtigung haben und somit schnell vergessen wird, dass unsere Kinder ggf. Förderung bzw. besondere Maßnahmen benötigen. Dies sollte man als Eltern (aber auch der Förderlehrer) immer im Auge haben!

Zitat

Haben eure Kinder schnell Kontakt zu anderen Kindern gefunden (obwohl das natürlich Typsache ist und nicht unbedingt mit der Hörschädigung zusammenhängen muss)?
Diese Befürchtungen hatten wir auch ... wird unsere Tochter Anschluß finden? Yasmin war/ist immer recht schüchtern und zurückhaltend. Da sie außerdem die Einzige aus Ihrem Kindergarten war, die diese Schule besuchte, hatten wir Angst, dass Yasmin nicht so schnell Anschluss findet. Diese Angst war aber unbegründet. Sie hat eine beste und einige gute Freundinnen gefunden, mit denen Sie sich zum spielen trifft oder wo sie ab und an mal übernachtet. In der Klasse ist sie voll integriert und keine (!) Außenseiterin (dies hat uns auch die Lehrerin und der Förderlehrer bestätigt).

Zitat

Können eure Kinder dem Unterricht problemlos folgen? Benutzen sie eine FM-Anlage?
Wir denken schon, dass Yasmin "alles" mitbekommt. Sie gehört mit zu den Besten der Klasse. Man muss aber darauf achten, dass Informationen, die mal eben in den Raum gerufen werden, wenn die Kinder die Taschen packen oder schon aufgestanden und zur Tür rausstürzen schnell "überhört" werden! Hier muss man mit der Lehrerin klare Absprachen treffen und immer wieder darauf hinweisen, dass Informationen nicht mal eben nebenher gegeben werden!

Außerdem hilft es wenig, wenn Lehrer(innen) nachfragen: "Und ... alles verstanden?" ... Die Antwort auf solch eine Frage wird immer (!) sein: "Klar!", denn woher bitte schön soll unser Kind wissen, welche Informationen ihr fehlen? Wir haben mittlerweile mit der Lehrerin abgesprochen, dass diese Frageart nicht verwendet wird, sonder einfach gefragt wird: "Kannst Du mal bitte wiederholen, was Ihr machen sollt?" oder "Erklär das bitte doch nochmal den Anderen!" Diese Art der Nachfrage wird natürlich nicht nur bei Yasmin, sondern bei allen Kindern genutzt.

Zitat

Wie oft kommt der GU-Lehrer in die Schule und was macht er genau?
Der GU Lehrer kommt einmal die Woche für zwei Schulstunden in die Schule und setzt sich mit in den Unterricht. Was genau er macht, ist sehr unterschiedlich. Einige Lehrer nehmen die Kinder raus und gehen etwas in Ruhe noch einmal durch, andere beraten die Klassenlehrer, usw. ... hier gibt es keine genauen Richtlinien an denen man das festmachen kann. Wichtig ist, dass das Kind gut mit dem GU Lehrer klarkommt. Falls die "Chemie" nicht stimmt, sollte man nicht davor zurückscheuen, einen anderen GU Lehrer für das eigene Kind zu verlangen.

So ... dies soll erstmal genügen :) Wenn Du Fragen hast, schreib einfach! Wir sehen uns dann am 13. September ...

LG Torsten

Netzwerk für Eltern & Freunde
hörgeschädigter & gehörloser Kinder

Telefon: 02065/829 66 75
E-Mail: mail@hoer-treff.de
Internet: www.hoer-treff.de

Nina

Fortgeschrittener

  • »Nina« ist weiblich
  • »Nina« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 40

Wohnort: Mülheim

  • Private Nachricht senden

3

Freitag, 31. August 2012, 23:37

Hallo Torsten,

super, vielen Dank für die ausführliche Beantwortung all meiner Fragen!! Toll, dass es bei Yasmin so gut in der Schule klappt und sie eine gute Schülerin ist. Besonders schön finde ich, dass sie eine beste Freundin gefunden hat.

Danke auch für den Tipp, dass die Lehrerin die Kinder bestimmte Anweisungen wiederholen lässt, um sicher zu gehen, dass alle Kinder sie verstanden haben. Ich merke auch im Alltag, dass Constantin zwischendurch eingeworfene Sachen häufig nicht mitbekommt.

Prima, dass ihr Anfang des Jahres ein Treffen zum Thema Schule veranstalten werdet. :)

Viele Grüße und bis zum 13.9.,
Nina

4

Montag, 3. September 2012, 10:24

Moin Nina,

die Antworten zu Deinen Fragen hätte ich mit Torsten nahezu identisch gegeben, mit drei Ausnahmen:

1. Sitzplatz - Dein "also weit vorne" stimmt so nicht. Auch der "Wechsel" des Sitzplatzes im Klassenverband macht in der Regel für unsere Kinder keinen Sinn. Es kommt vielmehr auf die individuelle Situation an. Manche Kinder hören auf einem Ohr besser als auf dem anderen, dann sollten Sie so im Klassenarum sitzen, dass sie mit dem "besseren" Ohr möglichst viele Kinder der Klasse wahrnemen können.
Welcher Platz "gut" ist, muss einfach ausprobiert werden. Unser Sohn sitzt z.B. immer auf demselben Platz, der je nach Tischanordnung mal vorne, mal eher mittig sein kann, aber immer vom Lehrenden aus gesehen links außen ist. - Beim Sitzplatz-Festlegen und "Druchsetzen" kann Euer Förderlehrer/Eure Förderlehrerin sehr gut helfen.
Der Sitzplatz ist insbesondere deshalb ein sehr wichtiges - und nicht zu unterschätzednes - Thema, weil die Lehrenden von heute leider das für unsere Kinder so wichtige "Lehrerecho" (Wiederholen der Schülerantworten oder -beiträge) systematisch als nicht mehr zeitgemäß abtrainiert bekommen.

2. FM-Anlage - unser Erfahrung nach geht es nicht ohne die Anlage. Es gibt den einen oder anderen Lehrenden, der so gut und deutlich zu verstehen ist, dass die Nutzung der Anlage nicht erforderlich ist. Hier ist eine gute Kommunikation von Euch mit den Lehrern (ja, Ihr solltet mit möglichst allen Lehrern mal persönlich sprechen, falls es Unstimmigkeiten gibt - das ist viel "Arbeit" und auch in jedem Schuljahr u.U. aufs neue...). Wichtig ist, dass die Einschätzungen Eures Kindes IMMER "richtiger" sind, als die von uns oder den anderen Experten. Vorsicht ist allerdings dann geboten, wenn die Anlage generell nicht "gebraucht" wird, das kann auch andere, meist soziale Gründe haben.
Für die Anlage ist Euer Sohn/seid Ihr zuständig, nicht die (Klassen-)Lehrer/-in. Ich habe schon von Eltern gehört, dass "die Anlage oft leer war, weil die Lehrerin vergessen hatte sie aufzuladen" - so bitte nicht.

3. Die "Chemie" zwischen GU-Lehrer/-in und Eurem Sohn muß stimmen - aber auch zwischen Euch und dem GU-Lehrer. Fordert regelmäßige Infos ein, und gebt auch Eure Wahrnehmungen weiter, denn es geht um die für Euren Sohn optimale Förderung. Die GU-Lehrer/-innen haben viel Fachwissen und u.U. langjährige Erfahrung, die Sie einbringen können, sie sehen Euren Sohn aber nur ca. 2 Std. in der Woche. Die restliche Zeit ist Euer Sohn allein in der Klasse. Ihr bekommt sicher viel mehr und vor allem anderes mit, als der GU-Lehrer/die GU-Lehrerin. Frühzeitiges "Gegensteuern" kann manchmal erforderlich sein und setzt Eurer "waches Auge" voraus. Die (Klassen-)Lehrer/-innen können hier häufig nicht immer aufmerksam genug sein, denn unsere Kinder fallen zunächst einmal nicht auf.

Es kommt - wie immer - viel auf Euer Engagement an. Gemeinsam klappt es aber sehr gut.

Viele Grüße

Enno
Netzwerk für Eltern & Freunde
hörgeschädigter & gehörloser Kinder

Telefon: 02065/8296675
E-Mail: mail@hoer-treff.de
Internet: www.hoer-treff.de

Nina

Fortgeschrittener

  • »Nina« ist weiblich
  • »Nina« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 40

Wohnort: Mülheim

  • Private Nachricht senden

5

Dienstag, 4. September 2012, 22:24

Hallo Enno,

dir auch vielen Dank für deine Antworten und Anregungen. Interessant, dass es gar nicht nur darauf ankommt, dass das Kind vorne sitzt, sondern viel mehr Aspekte berücksichtigt werden müssen. Das hatte ich mir anscheinend zu einfach vorgestellt.

Ich stimme dir zu, dass die Chemie zwischen dem GU-Lehrer und uns als Eltern genau so stimmen muss, wie zwischen Kind und GU-Lehrer. Das war bei der Frühförderung im Grunde nicht anders. Die erste FF haben wir abgebrochen, weil die Chemie eben nicht stimmte und wir mit der Arbeit der Frühförderin absolut unzufrieden waren. War schon eine Überwindung und etwas unangenehm, aber es hatte sich gelohnt. Die zweite Frühförderin war und ist super und begleitet uns seitdem. Leider betreut sie nur die Kindergartenkinder. Ich hoffe, beim GU-Lehrer haben wir von Anfang an Glück.

Eure Schilderungen vom Schulalltag zeigen, dass wir als Eltern eigentlich immer aufmerksam sein müssen und unser permanentes Engagement gefragt ist. Das wollen wir auch bringen, keine Frage, aber im Moment wirkt es auf mich noch ein bisschen erdrückend und ich hoffe, dass wir alles richtig machen und an alles denken, so dass unser Sohn in der Schule einigermaßen klar kommt und glücklich ist. Vielleicht erscheint es mir gerade auch nur so viel, weil Schule einfach ein ganz neues Thema ist. Ich denke und hoffe, dass wir auch in diese Aufgabe hineinwachsen werden.

Danke nochmal für eure Erfahrungen.

Viele Grüße,
Nina

Datenschutz Experten

 
Externer Datenschutzbeauftragter mit TÜV Zertifizierung | Datenschutz ist Vertrauenssache! Gehen Sie beim Datenschutz auf Nummer sicher und kontaktieren Sie uns! | DATENSCHUTZ-EXPERTEN.NRW