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Dienstag, 28. August 2012, 11:01

neu in der schule

hallo,

ich bin neu hier und möchte mich kurz vorstellen:
ich,simone, bin verheiratet und Mutter von zwei töchtern(7&4),meine große ist beidseits mit ci versorgt und gerade frisch an einer regelschule eingeschult worden.vielleicht erinnert sich der ein oder andere an uns von einem der treffen.leider ist es uns nicht immer möglich zu kommen aber ich verfolge gerne regelmäßig die beiträge hier.
nun habe ich mich selber angemeldet da ich gerne um erfahrungen/informationen bitten möchte.
Also jule ist frisch eingeschult und die lehrerin steht dem ganzen ganz positiv und offen gegenüber und bat mich ihr ein paar allgemeine informationen zukommen zu lassen.ich habe ihr jetzt von cochlear eine informationsbroschüre und einen bericht von frau winkelkötter zusammengestellt.alle anderen berichte die ich fand waren meiner ansicht nach zu medizinisch oder zu negativ über das unterrichten von hörgeschädigten in regelschulen.
hat einer von euch noch ideen was ich noch mitgeben könnte? etwas was informiert (störschall,direktes ansprechen, wie anstrengend das ist) aber nicht überfordert ohne negativem beigeschmack?

vielen dank vorab

Simone

2

Dienstag, 28. August 2012, 14:24

Moin Simone,

unser Sohn geht inzwischen in die 9. Klasse eines "Regel"-Gymnasiums - wir haben daher so ein bisschen Erfahrung mit Schulsituationen ...

Was den "negativen Beigeschmack" anbelangt, fehlt mir ein wenig die Vorstellungskraft, was Du genau meinst.

Mir erscheinen spontan die folgenden Dinge wichtig:
1. Deine/Eure Tochter sollte offen mit dem Thema "Ich bin hörgeschädigt/gehörlos" umgehen - stärkt sie, wann immer das möglich ist, das erleichtert vieles.
2. Deine/Eure Tochter sollte mit der "Technik" so weit vertraut sein, dass sie den Lehrerinnen und Lehrern helfen kann, wenn mal Mißverständnisse auftreten, z.B. Mikrofon der FM-Anlage an der Holzperlenkette befestigt oder unter dem Kragen "versteckt".
3. Zusammen mit den Sonderpädagogen/Sonderpädagoginnen der Förderschule sollte in jedem Klassenraum der "optimale" Sitzplatz gefunden werden, auf dem sie auch bei "Rundtausch" immer sitzen bleibt.
4. Je weniger die Hörschädigung auffällt, desto schwerer hat es Deine/Eure Tochter und desto aufwändiger kann auch das Durchsetzen vom ihr zustehenden und erforderlichen Nachteilsausgleich (dazu gibt es hier im Forum Beiträge) sein, hier bist Du/seit Ihr zusammen mit den Förderlehrinnen/Förderlehrern gefordert.
5. Unterschätzt bitte auch nicht das "Potential" der Mitschüler und Eltern, gerade dann, wenn Deine/Eure Tochter "normal" spricht, hier helfen die Elternabende, vielleicht auch einmal ein Schreiben.
6. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Hörsituation sehr anstrengend sein kann. Ein Mittagsschlaf oder erhöhter Ruhebedarf ist, glaube ich, normal und wichtig.
7. Sollte Deine/Eure Tochter noch keine FM-Anlage haben, besorgt ihr bitte eine - ich empfehle die Kombination Inspiro-Sender und MLXi-Empfänger (beide von Phonak), da diese eine Unterdrückung der Trägerfrequenz (wird als leises Dauerrauschen gehört) haben, nennt sich "Dynami-FM". Für Sprachprozessoren von Cochlea gibt es z.T. SpezialEmpfängermodelle, wichtig ist das "Dynamic-FM".
8. Eine Förderlehrerinnen-/Förderlehrer-Stunde mit Höreindrücken auch für die Mitschülerinnen und Mitschüler hilft manchmal auch.
9. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass "Technik" nicht immer etwas für Lehrerinnen und Lehrer ist.
10. Wenn die Lehrerin/der Lehrer einmal selbst erfahren möchte, worauf sie/er zusätzlich achten kann und sollte, empfiehlt sich die Teilnahme an einer (sehr lohnenden) Lehrerfortbildung. Diese werden regelmäßig an den Förderschulen angeboten.

Das sind nur die Dinge, die mir direkt eingefallen sind. Viele, vor allem soziale Aspekte fehlen sicherlich. Es kommt - wie immer - sehr viel auf uns Eltern an, wie gestärkt unsere Kinder in die Schule gehen - die üblichen "Probleme" kommen ja ohnehin noch oben drauf ... ;)

Viele Grüße
Enno

P.S.: Am 13.09. ist wieder Hör-Treff - vielleicht sehen wir uns ja.
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3

Dienstag, 28. August 2012, 18:08

danke für deine schnelle antwort!

mit negativem beigeschmack meine ich die berichte in denen nur immer erwähnt wird wie schwer es für hörgeschädigte kinder an regelschulen ist.
meine tochter ist zum glück mit der technik gut vertraut, brauchte bis jetzt allerdings noch keine fm anlage.diese werden wir auch in der schule erst gebrauchen wenn benötigt.das wird die zeit zeigen.ebenso brauchte sie noch keine sonderpädagogen,darum würden wir uns dann ebenso kümmern falls sich herausstellt das da bedarf besteht.die tipps mit der anlage sind gut diese werden wir umsetzten wenn benötigt da wir genau diese haben-danke.
bis jetzt sind sowohl mitschüler als auch lehrer/eltern super, vielleicht da wir die meisten schon aus dem kindergarten bzw.sportvereinen kennen und sowohl jule als auch wir eltern recht offen mit der hörbehinderung umgehen und gerne fragen beantworten.

also einen schönen abend noch

simone

4

Dienstag, 28. August 2012, 19:40

Moin Simone,

toll dass es bei Eurer Tochter so gut klappt.

Wenn ich Dich richtig verstehe (" brauchte sie noch keine Sonderpädagogen"..."würden uns kümmern") habt Ihr bisher keinen Antrag auf Feststellung des Sonderpädagogischen Förderbedarfs gestellt (sog. AOSF-Verfahren). An dieser Feststellung "hängen" aber alle - notwendigen - Fördermöglichkeiten, einschließlich des Nachteilsausgleichs. Vielleicht braucht Ihr den aktuell nicht, Eure Tochter bekommt ihn aber später auch nicht, selbst wenn sie ihn dann benötigen sollte.

Die Feststellung sonderpädagogischen Förderbedarfs ist kein "Stempel", sondern ebenso, wie der Behindertenausweis die einzige Form Rechte geltend zu machen und Hilfen (nur sofern benötigt) zu erhalten.

Viele Grüße
Enno
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5

Donnerstag, 30. August 2012, 17:36

Hallo Simone,

ich möchte mich Enno anschließen, die Feststellung des AOSF ist kein "Stempel" sondern Voraussetzung um evtl. später Nachteilsausgleich etc. zu bekommen.

Unsere Tochter kommt auch sehr gut mit, trotzdem haben wir vor der Einschulung das AOSF Verfahren durchlaufen (klingt sehr dramatisch, ist aber "nur" eine Stellungnahme der/des Frühförderlehrer(in) und der Schulleitung). Lief bei uns völlig unproblematisch. Yasmin "braucht" zur Zeit (3. Klasse "Regel" Grundschule) keinen Nachteilsausgleich, doch dies kann sich natürlich ändern.

Außerdem ist es meiner Meinung nach gut, wenn ein Förderlehrer vorhanden ist, z.B. um den/die Klassenlehrer(in) zu beraten bzw. zu unterstützen. Es gibt im Alltag viele Situationen, die für uns normal und nicht beachtenswert sind, für ein hörbehindertes Kind (und das sind und bleiben unsere CI und HG Kinder) ein großes Hindernis darstellen.

Auch wir haben mit der FM Anlage erst in der zweiten Klasse angefangen, aber auch nicht, weil unsere Tochter diese unbedingt benötigt, sondern um Sie für die weiterführende Schule vorzubereiten. Momentan wird viel in Gruppenarbeit und sehr wenig Frontalunterricht gemacht; doch dies wird sich an einer weiterführenden Schule grundlegend ändern.

Damit unsere Tochter selbstbewusst mit der FM Anlage umgeht und die Benutzung beim Lehrer ggf. einfordert (!!!) haben wir uns dazu entschlossen, die FM Anlage nun täglich in der Schule einzusetzen.

Ich hoffe wir sehen uns mal, z.B. beim nächsten Treffen am 13. September ...

LG Torsten

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